Die Chronik des St. Benno Verlages Katholische Verlagstätigkeit seit 1950

Die Geschichte des St. Benno Verlages ist geprägt von der DDR, der politischen Wende und den daraus folgenden Herausforderungen. Stöbern Sie in mehr als 60 Jahren Verlagsgeschichte.

Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Vinzent Antal / St. Benno Verlag
Foto: Vinzent Antal / St. Benno Verlag
Foto: Vinzent Antal / St. Benno Verlag

15. Januar 2022

Nach kurzer Krankheit stirbt Matthias Holluba, Chefredakteur der Kirchenzeitung TAG DES HERRN. Im Nachruf von Alt-Bischof Joachim Reinelt heißt es: „In Zeiten der Vielfalt von Auffassungen und Meinungen bis zur Zerrissenheit auch in eigenen Reihen blieb er besonnen und suchte die einende Kraft des Evangeliums. Dass ihm dieser anspruchsvolle Einsatz meist gelungen ist, gleicht einem Kunststück. Er fand dabei eine Sprache, die nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz erreichen konnte.“

www.tag-des-herrn.de/search/node/holluba

30. Januar 2022

Dorothee Wanzek übernimmt die Redaktionsleitung der Kirchenzeitung TAG DES HERRN und wird Nachfolgerin von Matthias Holluba. Sie ist seit 1994 in der Redaktion, war für die Bistümer Magdeburg (bis 2001), Dresden-Meißen (bis 2020) verantwortlich, ist Ausbildungsredakteurin und derzeit zusätzlich für das Erzbistum Berlin (seit November 2020) zuständig.

Foto: Andreas Wanzek
© Vatican Media
Foto: Vatican Media
Foto: Vatican Media

April 2022

Bei einer Generalaudienz übergibt der Dresdner Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold (rechts) Papst Franziskus ein besonderes Buch: „Ich glaube an einen Gott, der fehlt“ aus dem St. Benno Verlag. Grundlage des Buchs ist die digital veranstaltete Tagung „Was und wie, wenn ohne Gott?“ der Katholischen Akademie Dresden. Papst Franziskus (links) würdigt das Buch als notwendig für unsere Zeit. Gott fehle aber nicht, sondern sei da.

https://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/gott-abwesend

4. September 2022

Die Propsteigemeinde St. Peter und Paul in Potsdam begeht ihr 300-Jahre-Jubiläum und feiert dies mit einem Bistumstag. Mit dabei ist der St. Benno Verlag mit seiner Autorin Gabriele Meisner (Bild 2), die ihr neues Buch „Spiel & Spaß zur Winterzeit“ mit neugierigen kleinen Besuchern ausprobiert. Diese sind auch begeistert vom Glücksrad, das sie am Stand des TAG DES HERRN drehen durften. Auch Erzbischof Heiner Koch ist auf dem Bistumstag unterwegs und besucht den Stand des St. Benno Verlags (Bild 3).

Foto: Dorothee Wanzek / St. Benno Verlag
Foto: Maria Wiech
Foto: Erik Drews
Foto: Dorothee Wanzek / St. Benno Verlag
Foto: Daniel Schönberner / St. Benno Verlag
Dorothee Wanzek

19. September 2021

In der TAG DES HERRN-Redaktion tritt zum erstem Mal in der Geschichte der Kirchenzeitung ein Volontär an, der sich selbst als nicht-gläubig bezeichnet: Stefan Schilde (Vierter von rechts). Er wird hier im St. Benno Verlag und an der katholischen Journalistenschule ifp seine Ausbildung absolvieren und im Redaktionsalltag „viele neue, ungewohnte Erfahrungen“ sammeln, wie er in seiner Vorstellung schreibt.

Foto: Matthias Holluba / St. Benno Verlag

Januar 2020

Im Rahmen der traditionellen Jahresanfangsfeier des St. Benno-Verlags gratulieren Stephan Rether (rechts im Bild) als Vertreter der Gesellschafter-Diözesen und Christiane Völkel (nicht im Bild) als Geschäftsführerin des Verlags Michael Birkner zu dessen 25. Dienstjubiläum als Geschäftsführer und danken ihm für seine enorme Aufbau-Arbeit. Er habe den Verlag zu einem der führenden katholischen Medienhäuser im deutschsprachigen Raum gemacht.

9. April 2020

Auf die besonderen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie reagiert der St. Benno-Verlag mit der Herausgabe einer zunächst kostenfreien E-Paper-Ausgabe des TAG DES HERRN zusätzlich zur gedruckten Version. Die Redaktion hat dazu das spirituelle Angebot in der Kirchenzeitung ausgebaut.

TAG DES HERRN
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag

15. Juni 2020

Zum Patronatsfest des St. Benno Verlags wird das neue Verlagsgebäude mit einem Gottesdienst eingeweiht. Unter den Anwesenden waren (v.l.n.r.): Dominikanerpater Josef kleine Bornhorst, Stephan Rether, Generalvikar Andreas Kutschke, Franz Birkefeld und Bischof Wolfgang Ipolt.

15. Juni 2020

Zwei Silberne Dienstjubiläen werden gefeiert: Michael Birkner (l.) leitet 25 Jahre den St. Benno Verlag und Matthias Holluba (r.) ist seit 25 Jahren Chefredakteur der Kirchenzeitung TAG DES HERRN. Dass die Stimme des TAG DES HERRN im Chor der Kirchenzeitungen der Bistumspresse deutlich „zum Klingen kommt“ dafür dankt Bischof Wolfgang Ipolt (Bild 2) Matthias Holluba. An den Geschäftsführer gewandt, spricht Ipolt davon, dass der St. Benno Verlag für Michael Birkner immer „seine Herzensangelegenheit“ sei.

 

Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag

15. Juni 2020

Bischof Wolfgang Ipolt (l.) überreicht Geschäftsführer Michael Birkner den päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice – Für die Kirche und den Papst“. Das Ehrenkreuz ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht. Stephan Rether, Sprecher der Gesellschafter des Verlages, erklärt: „Ohne Sie, Ihre Entscheidungen und Ihr Geschick würde hier in der Stammerstraße vielleicht immer noch das Unkraut blühen, jedenfalls aber nicht ein florierendes katholisches Medienunternehmen!“

Foto: Stefan Branahl

Dezember 2019

50 Redakteurinnen und Redakteure der Kirchenzeitungskooperation Bistumspresse, zu der auch der TAG DES HERRN gehört, machen sich in Hildesheim Gedanken über das Profil der Zeitungen. Zu diesem sogenannten Familientreffen kam auch der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.

Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag
Foto: Vinzent Antal / St. Benno Verlag

17. Januar 2018

In der traditionellen Jahresanfangsfeier des St. Benno Verlags wird das neue Kreuz für den Eingangsbereich des Hauses gesegnet. „Jesu Hände sind bei diesem Kreuz nicht angenagelt – er hält sie offen dem Betrachter, dem Besucher entgegen. Gibt es einen besseren Willkommensgruß?“, schreibt Redakteur Raphael Schmidt im „Aus der Redaktion“ des TAG DES HERRN darüber.

Foto: Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl

29. April 2017

Das Buch „Im Schatten der Päpste“ des Fotografen Josef A. Slominski (rechts) und der langjährigen Vatikan-Korrespondentin Christa Langen-Peduto (links) wird in der Deutschen Botschaft im Vatikan bei einer Matinee vorgestellt. Es beleuchtet den Alltag der Papst-Sekretäre seit Papst Pius XII. Die Laudatio hält Aldo Parmeggiani (Zweiter von links) von Radio Vatikan, Ehrengast ist Erzbischof Georg Gänswein (Zweiter von rechts), Sekretär von Papst Benedikt XVI. und Präfekt des Päpstlichen Hauses.

11. Dezember 2017

Am Rande ihrer Konferenz in Leipzig besuchen die nord-ostdeutschen Bischöfe und Generalvikare den St. Benno-Verlag. Anlass ist die kurz zuvor in Betrieb genommene Versand-Anlage, welche dem Verlag die Möglichkeit bietet, über 750 Bestellungen pro Stunde zu konfektionieren und auszuliefern.

Foto: Matthias Holluba / St. Benno Verlag
Foto: Matthias Holluba / St. Benno Verlag
St. Benno Verlag
Foto: Raphael Schmidt / St. Benno Verlag

16. Juni 2016

Im Rahmen des Patronatsfests findet die feierliche Grundsteinlegung zu einem Erweiterungsbau des St. Benno Verlags statt. Das neue Gebäude wird Raum für etwa 90 Arbeitsplätze bieten. Bischof Ipolt (rechts) feiert zusammen mit dem Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke (Zweiter von rechts), den Verlagsmitarbeitern (im Bild Michael Birkner, links, und Wilhelm Krug) und vielen Gästen einen feierlichen Gottesdienst (zweites Bild).

Foto: L'Osservatore Romano

16. Oktober 2015

Michael Birkner (rechts), Christiane Völkel (Zweite von rechts), Volker Bauch und Claudia Neundorf (nicht im Bild) und übergeben Papst Franziskus (links) ein Aquarell mit einer Karikatur von Gerhard Mester. Das Motiv stammt aus dem Bestseller „Mensch, Franziskus“. Neben diesem Buch wurde auch der erfolgreiche Nachfolgeband „Bruder Franz“ dem Heiligen Vater als Geschenk überreicht.

28. Oktober 2015

Christiane Völkel, Geschäftsführerin des St. Benno Verlags, übergibt das großformatige, in Leinen gebundene Buch „Glaube – Kirche – Zeugnis in Sachsen 1989 – 2015“ an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Dieser wird die Publikation, die ausschließlich für diesen Anlass gefertigt wurde, an Papst Franziskus übergeben.

Foto: Lars Rischke

12. Januar 2000

Erzbischof Miloslav Kardinal Vlk, Primas von Böhmen und Vorsitzender der Europäischen Bischofskonferenz, besucht den St. Benno Verlag. Anlass ist sein im Verlag erschienenes Buch „Also Avanti“ über die Zukunft der katholischen Kirche in Europa.

1. Juli 1999

Die Zusammenarbeit gibt es schon lange, doch nun lassen sich der Leiter des katholischen Prager Karmeliter-Verlages P. Jan Fatka und drei seiner Mitarbeiter von Geschäftsführer Michael Birkner die Erfahrungen beim Aufbau des Verlags erläutern. Sie sind dafür zu einer Besichtigung des St. Benno Verlags nach Leipzig gekommen.

Mitteldeutsche Zeitung

26. November 1998

Der St. Benno-Verlag eröffnet am Weißenfelser Markt 27 eine seiner sieben Weltbildplus-Filialen als Franchisepartner des Weltbild-Verlags. Die Partnerschaft mit dem Augsburger Verlag besteht bis August 2016.

Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
LVZ

19. September 1997

Der St. Benno Verlag kann in sein neues Verlagsgebäude in der  Stammerstraße in Leipzig-Wahren einweihen. Die Planungen für einen alternativen Standort wurden bereits seit Anfang der 1980er Jahre betrieben. Als der Verlag 1989 kurz vor dem Baubeginn steht, muss der Start dazu infolge der gesellschaftlichen Veränderungen und der damit verbundenen neuen Situation für den Verlag verschoben werden. 

Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

20. September 1996

Der St. Benno Verlag bekommt ein neues Verlagsgebäude in der Leipziger Stammerstraße 11. Damit können alle Geschäftsbereiche erstmals unter einem Dach arbeiten. Zur Grundsteinlegung sind auch die künftigen Nachbarn aus dem Dominikanerkloster St. Albert zu Gast. Geschäftsführer Michael Birkner füllt die Urkundenhülse für den neuen Grundstein (Bild 3), Bischof Joachim Reinelt segnet den Grundstein (Bild 2).

September 1996

Seit xx können Kunden Bücher des St. Benno Verlags direkt im Verlag bestellen. Nun gibt es einen Katalog mit Angeboten aus verschiedenen christlichen Verlagen. Zusammengestellt werden die Angebote von Ingrid Dlugos, die in ihrer Einladung zu einem „Bummel durch die Welt der Bücher, Kalender und Tonträger“ mitteilt, dass den Leser nicht nur eine Auswahl an Neuerscheinungen und exklusive günstige Angebote erwarten, sondern dass die St. Benno Versandbuchhandlung gern auch jedes andere lieferbare Buch für ihre Kunden besorgt.

Foto: St. Benno Verlag

1. Januar 1995

Michael Birkner wird neuer Geschäftsführer. Anfang Dezember 1994 wurde er von den Gesellschafterdiözesen des St. Benno Verlages als Nachfolger von Klaus Behnke zum neuen Geschäftsführer berufen, der zuvor diese Position seit 1991 innehatte. Michael Birkner war seit 1984 im Verlag tätig, zunächst in der Vertriebsabteilung, ab 1987 als Verwaltungsleiter und ab 1988 zusätzlich als Assistent der kaufmännischen Geschäftsführung. In dieser Funktion war er auch 1990 in die Vorbereitungen der Neugründung des St. Benno Verlages nachhaltig involviert. 1992 wurde er zum Prokuristen bestellt.

Frühjahr/Sommer 1995

Der Start von Michael Birkner als neuer Verlagsleiter stand unter schlechten Vorzeichen. Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt hoch defizitär und die Verlagskooperation BBM (Benno-Bernward-Morus) wegen diverser Fehlentscheidungen der Geschäftsführung gescheitert und stand vor der Auflösung. Michael Birkner konnte jedoch die Bistumsleitungen der Gesellschafterdiözesen des St. Benno Verlages von der Fortsetzung eines eigenständigen verlegerischen Engagements überzeugen, strukturierte daraufhin das Unternehmen um, veränderte das Programmprofil des Verlages, reorganisierte Marketing und Vertrieb, und startete die Versandhandelsaktivitäten. Damit wurden in schwierigen Zeiten die Grundlagen für die ab Mitte der neunziger Jahre erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens gelegt.

2. Juli 1995

Matthias Holluba (rechts) übernimmt die Aufgaben des Chefredakteurs des TAG DES HERRN von Pfarrer Gottfried Swoboda (links), der künftig wieder als Gemeindepfarrer arbeiten wird. Matthias Holluba ist der erste Nicht-Kleriker in dieser Position. Er ist Diplom-Theologe und seit 1992 in der Redaktion. Bischof Joachim Reinelt und Geschäftsführer Michael Birkner danken dem scheidenden Chefredakteur, dass er den TAG DES HERRN in einer Zeit des Umbruchs für die Leser zu einer Glaubens- und Lebenshilfe gemacht hat.

Foto: St. Benno Verlag
TAG DES HERRN

1. Januar 1994

Zur Verbesserung der Marktstellung und für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit werden die Buchsegmente der Verlage St. Benno, Bernward, Morus und des Kirchenbotens Osnabrück zusammengelegt und die Verlagsgesellschaft Benno-Bernward-Morus (BBM) gegründet. Dabei sollten die bisherigen Verlage ihre Kompetenz systematisch ausbauen und durch Aufteilung der Buchbereiche ihr Engagement in speziellen Segmenten intensivieren. Davon sollten dann alle Verlage profitieren. Allerdings sollte sich diese Kooperation nicht bewähren. Aufgrund zwischenmenschlicher Probleme, Mentalitätsunterschiede und ungünstiger Rahmenbedingungen führte sie nicht  zum Erfolg und wurde 1996 aufgelöst.

TAG DES HERRN

10. Januar 1993

Die deutschsprachige Ausgabe des Weltkatechismus wird in einer Kooperation zwischen dem Münchener Oldenbourg-Verlag, dem österreichischen Veritas-Verlag, dem Schweizer Paulusverlag und dem St. Benno Verlag erscheinen. Die Einbeziehung des ostdeutschen Verlagshauses wird ala Bestätigung der erfolgreichen und zuverlässigen Leipziger Verlagsarbeit gesehen.

23. Januar 1993

Im Leipziger Elisabeth-Krankenhaus starb der Mitbegründer und Cheflektor des St. Benno Verlags, der ehemalige Chefredakteur des TAG DES HERRN Bischöflicher Rat Dr. Josef Gülden. 1975 ging er in den Ruhestand, arbeitete jedoch noch darüber hinaus an Publikationen wie dem katholischen Hausbuch „Jahr des Herrn“ oder dem Liturgiekalender „Vom Advent zum Advent“ weiter mit. Seine letzte Publikation war „In den Tagen der Hoffnung“. Rat Gülden war darüber hinaus Mitbegründer des Leipziger Oratoriums Philipp Neri und engagierte sich als Priester für einen lebendigen Glauben und die Feier der Liturgie als dessen Ausdruck.

11. Februar 1993

In der Pfaffendorfer Straße in der Leipziger Innenstadt eröffnet der St. Benno Verlag seine zweite Buchhandlung. In seiner Einladung dazu schreibt Geschäftsführer Klaus Behnke, dass der Verlag in einer Zeit der Rezession ein Zeichen der Neubelebung setzen will. Bischof Joachim Reinelt betont in seiner Rede zur Eröffnung, dass Bücher über leben entscheiden und bekräftigt die Bedeutung der Buchhandlung als „Kontaktstelle zur Wahrheit“.

TAG DES HERRN
Foto: Thomas Pinzka
TAG DES HERRN
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17. Mai 1993

Der St. Benno Verlag wird Mitherausgeber des „Katechismus der katholischen Kirche“. Auf der zum Erscheinen stattfindenden Pressekonferenz in Leipzig sind unter anderen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und der damalige Wiener Weihbischof Christoph Schönborn, Sekretär der Katechismus-Kommission, anwesend. Allein die Startauflage betrug 200.000 Exemplare, womit sich das Umsatzvolumen des Verlages sprunghaft vervielfachte.

12. September 1993

Die erste von St. Benno Verlag initiierte „Radiowerkstatt“ für freie Mitarbeiter startet. Am ersten Wochenende standen die Handhabung einer Reportage-Einheit, ein erstes Interview und der Schnitt am Tonbandgerät auf dem Programm. Bis Jahresende werden weitere fünf Seminar-Wochenenden folgen. Diese Schulungen sollen den Kirchen neue Formen der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit mit qualifizierten Mitarbeitern eröffnen. Neben dem journalistischen und technischen Handwerk lernen die Teilnehmer auch, welche Themen im privaten Rundfunk interessant sind oder warum sich Kirche gerade dort engagiert.

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Oktober 1993

Der St. Benno Verlag engagiert sich mit einer eigenen Abteilung und einem eigenen Studio in der Thüringer Straße in der katholischen Hörfunkarbeit. Dies ist ausgerüstet mit Plattenspieler, Normal-Kassette, DAT-Kassette, Radio-Tuner, drei Bandmaschinen für den Tonband-Schnitt und einem großen Studio-Mischpult. Zwei Redakteure, Thomas Janda und Stephan Radig, produzieren im Auftrag der Bischöflichen Ämter Erfurt-Meiningen und Magdeburg kirchliche Beiträge für private Sender in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

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15. Januar 1992

St. Benno Verlag initiiert zusammen mit der Katholischen Medienakademie und der Unterstützung des Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses eine einjährige Umschulung zum Redakteur im Gohliser Pfarrhaus.

4. April 1992

Der St. Benno Verlag eröffnet am Domplatz in Erfurt seine erste eigene katholische Buchhandlung in den neuen Bundesländern. Auf 200 Quadratmetern auf zwei Etagen bietet die „Dombuchhandlung Erfurt“ ein Vollsortiment mit den Schwerpunkten Religion, Theologie und religiöse Kunst an. Die Filiale wird von Regina Jendrek geleitet.

Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
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Januar 1991

Der erste Katalog des neugegründeten St. Benno Verlags umfasst 32 Bücher und Kalender und steht unter dem Titel „Der Osten geht auf“. Geschäftsführer Klaus Behnke dankt in seinem Grußwort dem „alten“ Verlag noch einmal ausdrücklich und beschreibt die Aufgabe des „neuen“ so: „Nachdem nun die Mauer gefallen ist, nachdem die streichende Zensur selber gestrichen wurde, nachdem aber auch viele Menschen nach neuen Orientierungen suchen müssen, kommen auf den Benno-Verlag neue Aufgaben zu.“

Februar 1991

Das erste im neuen Verlag erschienene Buch hat Prof. Franz-Georg Friemel herausgegeben „… wie die Träumenden – Katholische Theologen zur gesellschaftlichen Wende“.

Frühjahr 1991

Der St. Benno Verlag hat immer eine gute Verbindung zu den Pfarrämtern gepflegt, bereits zu DDR-Zeiten die Bücher und Kalender über diese vertrieben. Jetzt kommt ein Pfarramt-Service hinzu: Ausgewählte Bücher und Schriften, etwa Bücher für den Religionsunterricht oder Werkbücher zum Gotteslob können nun entsprechend dem eigenen Bedarf in der Gemeinde bestellt werden. Später kommen Angebote an Hostien, Messwein, Kerzen, Weihrauch, Karten … hinzu.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

3./4. September 1990

Die Berliner Bischofskonferenz beschließt, dass der St. Benno Verlag im Verbund mit dem Hildesheimer Bernward-Verlag, dem Berliner  Morus-Verlag und dem Augsburger Weltbild-Verlag als GmbH mit neuen Gesellschaftern ab 1. Januar 1991 weitergeführt werden soll. Der TAG DES HERRN wird ab Mitte Dezember in Kooperation mit den Bistumszeitungen von Berlin, Osnabrück und Hildesheim herausgegeben. Der Dresdner Bischof Joachim Reinelt (rechts) gibt den Mitarbeitern die Auflösung und Neugründung des St. Benno Verlags bekannt.

6. Dezember 1990

Der neue St. Benno Verlag wird unter dem Namen „St. Benno Buch- und Zeitschriften Verlagsgesellschaft mbH“ neu gegründet. Sein Geschäftsführer wird Klaus Behnke aus dem Verlagshaus Butzon & Bercker (im Bild rechts neben Prof. Franz Georg Friemel in der Mitte und Cheflektor Hubertus Staudacher, links außen). Die Kirchenzeitung des Bistums Berlin, das „Hedwigsblatt“, sowie der 1951 eingegliederte Heiligenstädter Verlag F. W. Cordier werden im Zuge der Auflösung und Neugründung des St. Benno Verlages ausgegliedert.

Foto: Archiv St. Benno Verlag

23. Dezember 1990

Der neue TAG DES HERRN: Durch die Zusammenarbeit mit den Kirchenzeitungen der Bistümer Hildesheim, Osnabrück und Berlin kann sich der Blick stärker über die eigenen Diözesen hinaus richten und ein „Forum, das ein besseres Kennenlernen der Christen in Ost und West fördert“ bieten. Das hoffen die Bischöfe Bernhard Huhn, Görlitz, Theodor Hubrich, Schwerin (vertreten durch Weihbischof Norbert Werbs), Joachim Reinelt, Dresden-Meißen, Joachim Wanke, Erfurt und Leopold Nowak, Magdeburg (von links). Dritter von links Chefredakteur Gottfried Swoboda.

1. Januar 1989

Nach langwierigen Verhandlungen erscheint der TAG DES HERRN wöchentlich, so wie es schon 1951 geplant war.

Herbst??? 1989

Positiv enden die Verhandlungen für den seit langem geplanten Verlagsneubau am Leipziger Fockeberg, in der Nachbarschaft des ebenfalls neu geplanten Gemeindezentrums St. Hedwig. Zu dem Neubau kommt es aufgrund der politischen Veränderungen im Land allerdings nicht.

7. und 14. Mai 1988

Im Trikot des TAG DES HERRN treten die Ministranten der Gemeinde St. Georg in Leipzig beim Dekanats-Fußballturnier an. Mehr als 120 Ministranten aus dem Dekanat Leipzig kämpfen um drei Wanderpokale.

28. März 1987

Dr. Franz-Peter Sonntag verabschiedet sich von den TAG DES HERRN-Lesern als Chefredakteur mit einem Brief an den Kirchenvater Hieronymus auf der letzten Seite der Ausgabe. Die war zu seinem Markenzeichen geworden. Hier fand sich immer ein Beitrag, der sowohl etwas erklärt hat, hier zum Beispiel, wer Hieronymus war und was er getan hat, als auch eine Verknüpfung mit dem Leben der Leser. Ihm war bei der Gestaltung der Kirchenzeitung immer bewusst, dass er es mit einem inhomogenen Leserkreis zu tun hatte und versuchte dem mit einer ausgewogenen Blattgestaltung zu begegnen.

Foto: Archiv St. Benno Verlag
Foto: Archiv St. Benno Verlag
Foto: Archiv St. Benno Verlag

11. April 1987

Pfarrer Gottfried Swoboda tritt die Nachfolge von Dr. Franz-Peter Sonntag als Chefredakteur des TAG DES HERRN an. Zuvor war er schon einige Jahre für die Jugendseiten der Kirchenzeitung verantwortlich. Er wird den TAG DES HERRN bis 1995 leiten. Das Bild 3 zeigt ihn mit den TAG DES HERRN-Redakteuren Ursula Pruß, Katrin Löffler und seinem späteren Nachfolger Matthias Holluba (von links neben Gottfreid Swoboda).

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

1. Juli 1983

Am 1. März wird der Geistliche Geschäftsführer und Cheflektor des St. Benno Verlags, Hermann Joseph Weisbender (Zweiter von rechts), von Bischof Gerhard Schaffran (Mitte) zum Generalvikar des Bistums Meißen berufen. Seine Verabschiedung aus dem Verlag ist zugleich die Einführung seines Nachfolgers Pfarrer Christoph Bockisch (links).

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

24. Juli 1982

Im TAG DES HERRN erscheint ein „persönliches Gedenken“ anlässlich des goldenen Priesterjubiläums von Rat Josef Gülden am 30. Juli und dessen 75. Geburtstages am 24. August. Rat Josef Gülden ist seit 1951 im St. Benno Verlag und war bis 1972 Chefredakteur des TAG DES HERRN und bis 1975 Cheflektor des Verlags.

24. Juli 1982

In der Würdigung anlässlich der Jubiläen von Dr. Josef Gülden schreibt Prof. Franz-Peter Sonntag im TAG DES HERRN über seine erste Begegnung mit ihm 1935. Gülden kam auf einem Motorrad ins Münsterland als Kaplan aus Leipzig zu einer Tagung mit Schülern. Dort erklärte er, dass Pfarrer und Kapläne des Leipziger Oratoriums in einer Riege des Arbeitersportvereins mitturnten. Das habe bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er tritt selbst in das Leipziger Oratorium ein, wird später Nachfolger von Gülden als Chefredakteur beim TAG DES HERRN.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

Frühjahr ?? 1981

Beginn der Planung eines eigenen Verlagsgebäudes, das dann aber erst nach der Wende 1996 in der Stammerstraße in Leipzig-Wahren realisiert wurde. Es wurde eine intensive Suche nach einem Grundstück begonnen.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

1. Februar 1980

Der Meißner Bischof Schaffran überreicht in einer Gesellschaftersitzung des St. Benno Verlags den Orden „Pro ecclesia et Pontifice“ an Elfride Kiel, der ihr anlässlich ihres 70. Geburtstages am 18. Januar verliehen worden war. Als Mitarbeiterin der ersten Stunde hat Elfride Kiel nicht nur für den TAG DES HERRN geschrieben, sie arbeitet auch in der Redaktion der Kalender „Vom Advent zum Advent“ und „Jahr des Herrn“. Zu dieser Zeit sind es bereits 83 Titel, die sie im Verlag veröffentlicht hat.

23. Februar 1980

Im TAG DES HERRN zitiert Dr. Josef Gülden anlässlich dieser Auszeichnung Elfride Kiels Auffassung von ihrem Beruf: „Ein Redakteur darf in seiner Arbeit nicht nach Bequemlichkeit, Arbeitszeit und -stunden fragen; er wird es nicht tun, wenn ihm seine Arbeit als Gabe und Aufgabe wirklich ,Beruf‘ ist.“

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

1. Januar 1979

Das im St. Benno-Verlag erscheinende „Hedwigsblatt“, das katholische Kirchenblatt für das Bistum Berlin, feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Kardinal Alfred Bengsch bekräftigt in seinem Grußwort das Anliegen, das Bischof Wilhelm Weskamm in seinem Geleitwort für die erste Ausgabe aller Information vorangestellt hatte: „Das St. Hedwigsblatt soll dazu helfen, Christi frohe Botschaft zu verkünden.“

22. April 1978

Für den TAG DES HERRN gibt es eine wichtige Neuerung: Ab sofort wird  die Zeitung in einem neuen Druckverfahren hergestellt mit dem Vorteil, dass sich die Zeit zwischen Manuskripterstellung und Fertigstellung der Zeitung wesentlich verkürzt. Eine zweite Neuerung betrifft die Jubilare, deren Feste in der Kirchenzeitung veröffentlicht werden. Bedingt durch den begrenzten Platz und die gestiegenen Meldezahlen wird die Veröffentlichung auf runde Jubiläen ab 85. Geburtstag eingeschränkt.

22. Oktober 1977

In der letzten Oktober-Ausgabe des TAG DES HERRN werden die Leser darauf hingewiesen, dass sie bei nicht ordnungsgemäßer Ummeldung ihr Abonnement verlieren. Zu dieser Zeit war die Auflage durch die Regierung der DDR noch begrenzt, die Abonnements der Kirchenzeitung sehr begehrt.

30. Januar 1976

Zum 25. Verlagsjubiläum sollte eigentlich eine Chronik des Verlags vorliegen. Da das im Alltagsgeschäft nicht zu berwerkstelligen war, hat Dr. Josef Gülden die vorhandenen Teile der Chronik zusammengestellt und aus seinen eigenen Notizen ergänzt.

Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

3. Juni 1976

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des St. Benno-Verlags findet ein Empfang im Bischof-Petrus-Haus statt. Glückwünsche kommen unter anderem vom Freiburger Verleger Dr. Theophil Herder-Dorneich, für die Buchhändler in der DDR gratuliert Edmund Königsmann und sogar die Referentin im Ministerium für Kultur, Dr. Mara Marquardt kommt zur Festveranstaltung. Die Veranstaltung ist wegen einer Reise von Bischof Gerhard Schaffran nach Moskau und Rom verschoben worden.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

1. Februar 1975

Bischofsvikar Georg Ahne wird bis 1983 Lizenzträger des St. Benno Verlags und tritt damit die Nachfolge von Prälat Dr. Johann Hötzel an. Hötzel war 28 Jahre für das katholische Verlagswesen im Einsatz, bereits federführend bei dessen Gründung. Er war Chefredakteur der Amtsblätter, aber auch Vertreter und Vertrauensperson aller Gesellschafter und der Geschäftsleitung.

31. Dezember 1975

Der langjährige Cheflektor und geistliche Geschäftsführer des St. Benno Verlages, der Oratorianer und Bischöfliche Rat Dr. h.c. Josef Gülden, verabschiedet sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Cheflektor wird Prälat Hermann Josef Weisbender, zusätzlich zu seinen Aufgaben als geistlicher Geschäftsführer.

1. Januar 1974

Die Redaktion des TAG DES HERRN bezieht für die Zeit neue Redaktionsräume in der 3. Etage im Leipziger Peterssteinweg 17. Erst 1994 zieht die Redaktion in die Thüringer Straße, wo der Verlag angesiedelt ist.

1. April 1974

Am 1. April 1974 wird infolge der Verstaatlichung der in Heiligenstadt ansässige katholische Verlag F. W. Cordier formell in den St. Benno Verlag eingegliedert, die Druckerei unter dem Namen Eichsfelddruck in den Union Verlag Berlin. Erst 1991 wurde der Betrieb reprivatisiert.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

19. Februar 1973

Franz-Josef Cordier (Mitte) wird Nachfolger von Direktor Ernst Hannig (rechts) als kaufmännischer Direktor und arbeitet bis zur Amtsübernahme von Montag bis Donnerstag an dessen Seite im St. Benno Verlag. Hannig hat den St. Benno Verlag 20 Jahre lang geleitet. Auf dem Bild sind beide zusammen mit Bischof Schaffran (links) auf der Leipziger Buchmesse zu sehen.

29. August 1973

Prälat Ernst Pfeiffer, Geistlicher Geschäftsführer des St. Benno Verlags und Direktor und Kaufmännischer Geschäftsführer Ernst Hannig (1. Reihe, Erster und Zweiter von links) werden im Bischof-Petrus-Legge-Haus in Leipzig-Connewitz feierlich verabschiedet.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

1. September 1973

Prälat Hermann-Joseph Weisbender wird  Geistlicher Geschäftsführer des St. Benno Verlages und damit Nachfolger von Prälat Ernst Pfeiffer. Zeitgleich überrnimmt Franz-Josef Cordier die Verantwortung für den kaufmännischen Bereich.

TAG DES HERRN
TAG DES HERRN

29. April 1972

Im TAG DES HERRN gibt es Neuerungen, so ab dieser Ausgabe ein neues Logo. Zudem kommt der künftige Chefredakteur Dr. Franz-Peter Sonntag zur Einarbeitung in die Redaktion. Damit ist ein Redakteur mehr im Team. Das wird genutzt, um neue Rubriken einzuführen und kleine Layout-Korrekturen vorzunehmen.

23. Juni 1972

Die Jahreshauptversammlung der Gesellschafter hat als wichtige Tagesordnungspunkte, den bevorstehenden Eintritt in den Ruhestand von Direktor Ernst Hannig, den Rücktritt von Dr. Josef Gülden als Chefredakteur zum 31. August und die Verträge der neuen Mitarbeiter. Dr. Josef Gülden fordert neue Verträge auch für alte Mitarbeiter. Prälat Heinrich Solbach, Vertreter für das Kommissariat Magdeburg, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass selbst bei 20-jähriger Tätigkeit im Verlag die Altersrente nicht ausreichend sein wird. Ein wichtiger Punkt mit positiven Auswirkungen wird ganz zum Schluss genannt: Aufgrund der ausdauernden Bemühungen von Propst Ernst Pfeiffer konnte ein neuer Lagerraum für Spendenpapier gekauft werden.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno-Verlag

1. September 1972

Geistlicher Rat Josef Gülden gibt die Chefredaktion des TAG DES HERRN ab, die er seit 1951 innehatte, bleibt aber Cheflektor des St. Benno Verlags. Ab der Ausgabe zum 16. September wird der Oratorianer Prof. Dr. Franz-Peter Sonntag als Chefredakteur im Impressum genannt. Professor Sonntag ist gleichzeitig am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt Dozent für Kirchengeschichte und Patrologie.

Foto: St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

Mai 1971

Zum 20-jährigen Bestehen des St. Benno-Verlags gibt es eine Akademie im Bischof-Petrus-Haus mit den Gesellschaftern und der Belegschaft. Zudem hat deer TAG DES HERRN die Ausgabe zum 15. Mai dem Jubiläum gewidmet. Es wird ein Einblick in die Arbeit des Verlags gegeben und in 20 Jahrgängen der Zeitung geblättert.

Mai 1971

In der Ausgabe 19/20 des TAG DES HERRN wird in Zahlen belegt, was der St. Benno Verlag in 20 Jahren geleistet hat: 2200 Titel sind erschienen, zehneinhalb Millionen Exemplare als Bücher und Broschuren und acht Millionen als kleine Schriften, vier Millionen Gebets- und Messtexte und mehr als eine Million Exemplare Notenwerke für die Kirchenmusik. Hervorzuheben sind 19 Jahrgänge „Vom Advent zum Advent“ und der Abreißkalender „Mit Gottes Wort von Tag zu Tag“ sowie die Kirchenblätter TAG DES HERRN und das St. Hedwigsblatt mit einer höheren Nachfrage als die von der Regierung genehmigte Auflage.

31. Dezember 1971

Der St. Benno-Verlag hat im Jahr 1971 sein Papier-Kontingent um drei Tonnen (Staatspapier) und um eine Tonne bei eingeführtem Papier überzogen.

Foto: St. Benno Verlag

21. Juni 1970

Bischof Otto Spülbeck, erster geistlicher Geschäftsführer im St. Benno-Verlag bis 1955, stirbt auf der Heimfahrt von der Wechselburger Wallfahrt. Am 26. Juni wird er auf dem Nikolaifriedhof in Bautzen beigesetzt, das Ponitfikalrequiem findet im Petri-Dom statt.

13. August 1970

Um die Zukunft des Verlags geht es in einer Sitzung der Verlagsleitung mit Dr. Johann Hötzel in Berlin. Es gibt zunehmend Schwierigkeiten in der Herstellung über Fremdfirmen, so dass man nach einem Grundstück in Erfurt oder bei Heiligenstadt sucht zum Ausbau eigener herstellerischer Möglichkeiten. Dafür wird auch eine Zusammenarbeit mit der Firma Cordier angestrebt.

25. Februar 1969

Die 40. Gesellschafter-Sitzung des St. Benno Verlags findet im Leipziger Bischof-Petrus-Legge-Haus statt und gibt einen Überblick über die ersten 18 Jahre verlegerischen Schaffens: 1700 Werke wurden publiziert. Im Haus sind zu diesem Zeitpunkt 70 Mitarbeiter, von denen 25 nicht vollbeschäftigt sind. Zudem bittet Direktor Ernst Hannig zum einen um die Einsetzung einer Experten-Kommission zur Anwendung des neuen Honorar-Gesetzes und um einen jüngeren Mitarbeiter, der ggf. einmal sein Nachfolger werden könnte.

29. November 1968

Drucklegung kirchenmusikalischer Literatur im St. Benno Verlag ist das Thema eines Gesprächs im Bischof-Petrus-Legge-Haus. Dr. Josef Gülden trifft sich dazu mit den Konsultoren (Beratern) für die Kirchenmusik der Bistümer.

Dezember 1968

Die Ausgabe 49/50 zum 14. Dezember 1968 muss zurückgezogen werden. Das Presseamt betrachtet sie „als nicht existent“. Grund sind die Stellungnahmen westdeutscher Bischöfe zur Enzyklika „Humanae vitae“.  Eine entsprechende Bermerkung findet sich nur in den Unterlagen des Chefredakteurs Dr. Josef Gülden, nicht aber in der dann gedruckten Zeitung.

8. April 1967

Der TAG DES HERRN erscheint in einem neuen Layout und mit neuem Logo – aber die Bilder bleiben noch schwarz-weiß.

6. Mai 1967

Für die DDR wird eine neue Feiertagsordnung bekanntgegeben: Das sind der 1. Januar, Karfreitag, 1. Mai, 7. Oktober sowie Pfingstmontag und der 1. und 2. Weihnachtstag. Weggefallen sind dafür zum Beispiel der Ostermontag und der Himmelfahrtstag. Dafür wird der arbeitsfreie Samstag eingeführt. Mitarbeiter des St. Benno Verlags arbeiten täglich eine Viertelstunde länger und erhalten dafür zusätzlich die katholischen Feiertage frei.

Foto: St. Benno Verlag

Herbst 1966

Der deutsche Kurienkardinal Augustin Bea (Zweiter von links), Präsident des Sekretariats der Einheit der Christen in Rom, und der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf, Willem Adolf Visser 't Hooft (links), besuchen auf der Frankfurter Buchmesse den Stand des St. Benno Verlages und lassen sich vom kaufmännischen Direktor Ernst Hannig (rechts) die neusten Schriften zeigen.

26. Februar 1965

In der Gesellschaftersitzung wird berichtet, dass für das Jahr 1965 132 Titel vorgesehen sind, davon 56 von Autoren und Herausgebern aus der DDR, zwei aus Polen und „40 vom Westen“, wie es in den Aufzeichnungen von Dr. Josef Gülden heißt.

26. bis 20. Mai 1965

Direktor Erst Hannig und Cheflektor Rat Dr. Josef Gülden fahren zur Warschauer Buchmesse. Es gibt ein großes Interesse polnischer Priester an der Arbeit des Verlags und man führt Gespräche zu einer Anthologie junger polnischer katholischer Dichter.

Dezember 1965

In einem Rückblick des Verlags wird festgestellt, dass das Papierkontingent für 1965 aufgebraucht ist. Es wurden sechs Millionen Druckerzeugnisse erstellt - einschließlich Zeitschriften. Es wurden 61 Lizenzen vergeben und der Verlag dokumentiert einen Restgewinn von 5.218,12 Mark.

28. März 1964

Unter der Überschrift „Was empfiehlt der St. Benno-Verlag?“ stellt der TAG DES HERRN in seiner Osterausgabe erstmals zwei Bücher aus dem eigenen Verlag vor – von Helmut Geiger das Buch zur Beichtandacht für Kinder „Vater, ich habe gesündigt“ und „Mut zur Frühkommunion. Tagebuch einer Mutter“ von Hedwig Peregrin.

14. September 1963

Papst Paul IV. verleiht dem Kaufmännischer Direktor des St. Benno-Verlags, Ernst Hannig, den Silvesterorden der mittleren Klasse mit dem Komturkreuz (Malteser-Kreuz mit dem Bild Papst Silvesters I.). Hannig erhält die Ehrung für seine Verdienste „um das Wohl der Kirche und der katholischen Sache“, wie es in der von Kardinalstaatssekretär Cicognani unterschriebenen Urkunde heißt.

Herbst 1963

Der Kaufmännische Direktor Ernst Hannig (links im Bild) kann zur Herbstmesse Bischof Otto Spülbeck am Stand des St. Benno Verlags begrüßen. Nicht nur als ehemaliger Geschäftsführer ist der Bischof interessiert am Werden und Wachsen des Verlags.

Foto: St. Benno Verlag

September 1962

Zur Leipziger Buchmesse sieht es am Stand des St. Benno Verlages noch spartanisch aus: Vor dem Regal mit den Büchern des Verlags notieren Mitarbeiter an den Arbeitstischen die Kundenwünsche der Besucher.

Juli 1960

Der St. Benno-Verlag erhält die Sondergenehmigung, Bücher des Verlags auch weiterhin an Pfarrämter und christliche Buchhandlungen selbst auszuliefern. Im Mai 1959 war Anordnung erlassen wurde, dass alle Verlage ihre gesamte Produktion über den Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel (LKG) auszuliefern und „gerecht“ zu verteilen haben.

12. Dezember 1959

In der letzten Adventsausgabe des TAG DES HERRN erscheinen erstmals Buchtipps. In der Rubrik „Neue Bücher – für euch. Gisela, Gerhard und für eure Freunde, Eltern und Geschwister“ werden Bücher aus verschiedenen Verlage in der DDR empfohlen – allerdings keine aus den St. Benno Verlag.

Frühjahr 1958

Als Ersatz für eine nie genehmigte theologische Zeitschrift gab es ab diesem Jahr das „Theologische Jahrbuch“ mit der Zusammenstellung der wichtigsten theologischen Aufsätze DES LETZTEN JAHRES???.

Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

24. Juli 1958

Der ehemalige geistliche Geschäftsführer des St. Benno Verlags, Dr. Otto Spülbeck, wird als Bischof von Meißen im Dom zu Bautzen feierlich inthronisiert.

26. März 1958

Der St. Benno Verlag bekommt am 6. Februar die Räume einer ehemaligen Bäckerei zugesprochen. Nach der Renovierung kann die Redaktion im März in die Leipziger Karl-Heine Str. 100 umziehen.

Foto: St. Benno Verlag

13. März 1957

Dem St. Benno Verlag wird vom Ministerium für Kultur die Herausgabe von Kinderbüchern untersagt. Lediglich Bücher für den Religionsunterricht dürfen weiterhin gedruckt werden.

Foto: St. Benno Verlag

5. April 1957

Die Gesellschafter des St. Benno Verlags treffen sich erstmals zu ihrer Sitzung im Bischof-Petrus-Legge-Haus in Leipzig-Connewitz.

1. September 1957

Prälat Ernst Pfeiffer, Propst von St. Trinitatis Leipzig wird zum geistlichen Geschäftsführer des St. Benno Verlages ernannt. Er löst Dr. Josef Gülden ab.

Foto: Photo-Zentrum

Sommer 1957

Der St. Benno Verlag wird für die Herausgabe der amtlichen liturgischen Bücher zum „Verleger des Heiligen Stuhles“ ernannt.

26. Februar bis 8. März 1956

In Leipzig findet die Frühjahrsmesse statt. Der St. Benno Verlag ist  mit einem Stand im Hansa-Haus vertreten und kann seinen ersten Messe-Katalog „mit vielen Fotos der Veröffentlichungen“ (Chronik Dr. Josef Gülden) vorstellen. Am ersten Messemontag treffen sich zudem die christlichen Buchhändler im Verlag.

Frühjahr 1956

Der erste Band der „Erfurter Theologischen Schriften“ erscheint unter dem Titel „Wissen, Wissenschaft, Theologie bei Bernhard von Clairvaux“, Verfasser ist Erich Kleineidam. Bis 2006 wird diese Schriftenreihe im St. Benno Verlag erscheinen. Diese Schriftenreihe wird ab Herbst noch durch die Reihe „Erfurter Theologischen Studien“ ergänzt.

3. Mai 1956

Die Lizenz-Urkunde wird erneuert. Zu den bisherigen fünf Gesellschaftern des St. Benno Verlags (Bischöflicher Stuhl Meißen, Erzbischöfliches Amt Görlitz, Bischöfliches Kommissariat Mecklenbug, Erzbischöfliches Kommissariat Magdeburg und Kirchenvorstand der Propsteikirche zu Erfurt) kommen noch Vertreter des Bistums Berlin und des Bischöflichen Kommissariates Meiningen hinzu.

Herbst 1956

Der erste Abreißkalender für 1957 erscheint im St. Benno Verlag: „Mit Gottes Wort von Tag zu Tag“. Herausgeber war Pfr. Wilhelm Erben. Dieser Kalender ist der auflagenstärkste Kalender im St. Benno Verlag und erscheint immer noch.

Dezember 1956

Zum ersten Mal liegt ein christlicher Wandkalender für das Folgejahr der letzten Ausgabe des TAG DES HERRN 1956 bei. Dieser Almanach erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit bei den Lesern des TAG DES HERRN.

26. März 1955

Die Nummer 13/14 des TAG DES HERRN darf in ihrer ursprünglichen Form nicht ausgeliefert werden. Grund: Der Artikel „Der ewige Jude“ hat nach Einschätzung des DDR-Presseamtes antisemitischen Charakter. Die Ausgabe muss neu gedruckt werden. Statt des bisherigen Artikels muss die Redaktion „In eigener Sache“ über den Vorfall berichten.

25. Juli 1955

Propst Dr. Otto Spülbeck, geistlicher Geschäftsführer des St. Benno Verlags, wird vom Berliner Bischof Wilhelm Weskamm im Petri-Dom zu Bautzen zum Bischof geweiht und zum Koadjutorbischof des Bistums Meißen ernannt. Seine Aufgaben im Verlag übernimmt kommissarisch Geistlicher Rat Dr. Josef Gülden.

3. Januar 1954

Im St. Benno Verlag erscheint das erste St. Hedwigsblatt als Katholisches Kirchenblatt im Bistum Berlin. Der erste Chefredakteur ist Pfr. Klaus Gawlitta. Der Umfang beträgt acht Seiten, 20 mal 30 Zentimeter, in Schwarz-Weiß. Die Zeitung kommt wöchentlich und kostet 0,20 DM je Exemplar oder im Monat 0,75 DM. Das Sonntagsblatt erscheint in der alleinigen Verantwortung des Bistums Berlin, wirtschaftlich muss es jedoch dem St. Benno-Verlag unterstehen.

Januar 1954

Im St. Benno Verlag erscheinen ab dem Jahr 1954 „Pastoral-katechetische Hefte“ als Handreichung für die Seelsorge in den Gemeinden.

23. Oktober 1954

Im TAG DES HERRN wird ein Brief der Bischöfe und Kommissare im Bereich der DDR an den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl veröffentlicht, in dem sie zum Entwurf eines Familiengesetzbuches Stellung nehmen. Sie machen darauf aufmerksam, dass dieser Entwurf in keiner Weise auf christliche Grundsätze Rücksicht nimmt und Christen dadurch in Gewissenskonflikte bringt.

Foto: Martin Lücke
Foto: Martin Lücke
Foto: Martin Lücke
Foto: Martin Lücke

8. Februar 1953

Joseph Bohn, der erste Geschäftsführer des St. Benno Verlags stirbt unerwartet. Seine Beerdigung findet am 12. Februar auf dem Lindenauer Friedhof statt. Die Verlagsmitarbeiter begleiten ihn zu seiner letzten Ruhestätte.

16. Mai 1953

Direktor Ernst Hannig wird am 16. Mai 1953 der Nachfolger von Joseph Bohn. Er leitet den St. Benno Verlag über 20 Jahre.

Foto: Martin Lücke
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag

3. September 1953

Die Verlagsräume in der Thüringer Straße 1-3 werden feierlich eingeweiht. Der Verlag hat nun an drei verschiedenen Orten Büroräume: im Druckereibetrieb des verstorbenen Geschäftsführers Joseph Bohn in der Saalfelder Straße 2-4, Räumlichkeiten des Leipziger Oratoriums in der Karl-Heine-Straße 110 und das als Interimsquartier vorgesehene Domizil in der Thüringer Straße 1-3.

19. Februar 1952

Die katholische Jugendzeitschrift „Christophorus“ erhält ihre Lizenz für ein monatliches Erscheinen mit einem Umfang von 12 Seiten und in einer Auflage von 25.000 Stück. Chefredakteur ist Dr. Josef Gülden, redaktionell erstellt wird sie von Pfarrer Wilhelm Erben.

8. Mai 1952

Der bis heute sehr beliebte liturgische Wochenkalender „Vom Advent zum Advent“ erscheint zum ersten Mal. Erarbeitet wird er über viele Jahre von Dr. Josef Gülden und Elfriede Kiel.

Foto: St. Benno Verlag

Juni 1952

Ab Juni erscheint im St. Benno Verlag ein „Kirchliches Amtsblatt“ für die sechs Bistümer und Jurisdiktionsgebiete der DDR. Kirchliche Amtsblätter sind die amtlichen Publikationsorgane für Gesetzgebungs- und Verwaltungsakte der Bistümer.

31. Dezember 1952

Dem St. Benno-Verlag wird mitgeteilt, dass der „Christophorus“ wegen Papiermangels sein Erscheinen zum 1. Januar 1953 einzustellen habe und die Lizenzurkunde zurückzugegeben sei. Bemühungen, mittels der Bereitstellung von Papier aus Spenden aus der Bundesrepublik hatten keinen Erfolg. Es gab lediglich eine Sondergenehmigung zur Auslieferung der 1. Nummer für das Jahr 1953, da diese bereits gedruckt war.

© Archiv St. Benno Verlag
© Archiv St. Benno Verlag

24. April 1951

1284 Tage nach seiner Gründung wurde dem St. Benno Verlag die Lizenz zur „Ausübung verlegerischer Tätigkeit“ erteilt. Die Urkunde für den TAG DES HERRN ist auf den 7. Mai datiert und genehmigt „das Sonntagsblatt für die katholische Bevölkerung“ im Format A4, mit einem Umfang von 4 Seiten und einer Auflage von 100 000 Exemplaren.

Übergabe der Lizenzurkunde

Im amtlichen Schreiben zur Übergabe der (vorläufigen) Lizenzurkunde für den St. Benno Verlag heißt es: „Das Amt für Information der Deutschen Demokratischen Republik genehmigt Herrn Domkapitular Dr. Johann Hötzel […] die Ausübung der verlegerischen Tätigkeit unter der Firma St. Benno-Verlag GmbH., Leipzig W33, Saalfelder Str. 2/4.“  In Berlin nehmen Rolf Berendt, der den erkrankten Geschäftsführer Joseph Bohn vertritt, und der künftige Chefredakteur und Cheflektor Dr. Josef Gülden die Lizenz-Urkunde für den Verlag entgegen. Die Urkunde zur (vorläufigen) Lizenzierung des TAG DES HERRN wird am 8. Mai in Leipzig übergeben.

8. Mai 1951

Auf der Gesellschaftersitzung der „St. Benno-Verlags-G.m.b.H.“ werden der Leipziger Propst Dr. Otto Spülbeck zum geistlichen und Direktor Joseph Bohn zum kaufmännischen Geschäftsführer ernannt. Der Oratorianer Dr. Josef Gülden übernimmt die Aufgaben des Chefredakteurs und Cheflektors (Bild 1 bis 3). Der erste Redaktionsstab besteht aus drei Personen: Dr. Josef Gülden, Friedel Huber und Elfriede Kiel, ihr erster Redaktionsraum ist eine Ecke in der Bibliothek des Leipziger Oratoriums.

Foto: St. Benno Verlag
Foto: Siegfried Adler / St. Benno Verlag
Foto: St. Benno Verlag

27. Mai 1951

Die erste Nummer des TAG DES HERRN erscheint. Die genehmigte Auflagenhöhe und der Umfang sind geringer als erhofft. So wird das katholische Kirchenblatt alle 14 Tage in einer Auflagenhöhe von 100.000 Exemplaren und mit einem Umfang von acht Seiten im A4-Format zunächst schwarz-weiß erscheinen. Ausnahmen sind die Ausgaben zu Ostern und Weihnachten, sie erscheinen vierfarbig.

September 1951

Der St. Benno Verlag stellt den Antrag für eine Jugendzeitschrift, die einmal den Namen „Christophorus“ tragen soll. Der im Dezember in die Redaktion des TAG DES HERRN kommende Pfarrer Wilhelm Erben übernimmt die Vorbereitungen dafür.

24. Oktober 1951

Die halbjährige Probezeit ist bestanden: Der Verlag erhält die endgültigen Lizenz für seine verlegerische Tätigkeit. Die ersten Titel, die im St. Benno Verlag erscheinen sind das der Katholische Familienkalender„Jahr des Herrn“ (ein Vorläufer des Christlichen Hausbuchs), das Neues Testament und „Die Nachfolge Christi “ von Thomas a Kempis, ein ursprünglich in lateinischer Sprache geschriebenes geistliches Buch (De imitatione Christi).

8. Dezember 1951

Der Eichsfelder katholische Cordier-Verlag (gegr. 1819) wird nach einer Entscheidung des „Amtes für Literatur und Verlagswesen“ in den St. Benno Verlag eingegliedert. Dabei solle „die Eigenart der Verlagserscheinungen des Cordier-Verlages erhalten und gewahrt bleiben“.

Was der Verlagsgründung vorausging

1941 wurde in Deutschland die katholische Presse- und Verlagsarbeit durch die Nationalsozialisten endgültig verboten, das blieb sie in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Jede Veröffentlichung musste von den zuständigen sowjetischen Behörden genehmigt werden. Den Bischöfen und kirchlichen Verantwortlichen in diesem Gebiet ist aber sehr bewusst, welche Bedeutung journalistisches und verlegerisches Schaffen in der hiesigen Diasporasituation hat. So bemühen sie sich schon sehr früh um eigene, katholische Publikationsmöglichkeiten.

Dem entgegen steht die Politik der Sowjetischen Militäradministration: Es soll eine strikte Trennung von Kirche und Staat etabliert, Religion privatisiert und als unwissenschaftlich dargestellt werden.

Über eine Reaktion auf diese Entwicklung sind die Verantwortlichen in den einzelnen Bistümern und Gebieten unterschiedlicher Meinung. So werden auch unterschiedliche Versuche gestartet, eine verlegerische Tätigkeit zu etablieren – zumeist auf Stadtebene. Eine koordinierte Arbeit, wie es etwa die Herausgabe eines überregionalen Kirchenblatts, wurde zunächst von der sowjetischen Militäradministration kategorisch abgelehnt.

Bischof Heinrich Wienken, Leiter des Commissariates der Fuldaer Bischofskonferenz in West-Berlin, initiiert 1946 ein gemeinsames Vorgehen, da sich die Sowjetische Militäradministration nicht abgeneigt zeige, einen katholischen Verlag mit Sitz in Berlin zuzulassen. Am 5. August 1947 treffen sich die Vertreter der Bistümer Meißen und Berlin sowie die Vertreter der in der SBZ gelegenen Jurisdiktionsbezirke von Paderborn (Magdeburg) und Osnabrück (Mecklenburg) im Büro Wienkens, um über die Gründung eines katholischen Verlags zu beraten. Für den russisch besetzten Teil Fuldas (Erfurt) lag eine schriftliche Zustimmung vor, das Erzbischöfliche Kommissariat Görlitz (Erzbistum Breslau) lässt sich durch das Bistum Meißen vertreten. Das Bistum Berlin erklärt dort, dass es an einer Beteiligung nicht interessiert sei. Man einigt sich auf die Rechtsform einer GmbH mit Sitz in Berlin, da hier die Lizenz in Aussicht gestellt worden war. Die Ordinariate sollten sich in gleicher Höhe am Stammkapital beteiligen, dem Vertreter des Bistums Meißen wurde der Vorsitz übertragen. Der Name sollte Elisabeth-Verlag werden. Doch es kam anders:

21. Oktober 1947

Die erste Gesellschaftersitzung zur Gründung eines katholischen Verlags findet in Berlin statt. Gesellschafter sollten entsprechend der staatlichen Vorgaben fünf Vertreter der kirchlichen Ordinariate beziehungsweise Ämter von Bautzen, Görlitz, Magdeburg, Schwerin und der Kirchenvorstand der Erfurter Propstei B. M. V. (Beatae Mariae Virginis) sein. Als Verlagssitz ist Berlin vorgesehen, der Name soll nun St. Benno Verlag sein. Aufgabe des Verlags soll die Herausgabe der Kirchenzeitung TAG DES HERRN und „katholisch-kirchlicher und religiöser Druckerzeugnisse jeder Art“ sein. Doch für die Aufnahme der Arbeit fehlt die staatliche Lizenzerteilung.

1947 bis 1951

Bis zur Ausstellung der Lizenzurkunde gibt es noch mehrere Umwege, Absagen und Vertröstungen: Zunächst stellt der auf Honorarbasis arbeitende Geschäftsführer W. Schreur am 20. Januar 1948 einen Antrag auf Verlags-Lizenzierung. Im März 1948 kommt eine Erklärung, dass keine Lizenzen erteilt würden, weil die „äußerst angespannte Rohstofflage dies nicht gestatte“. Allerdings gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits sieben evangelische Verlage, vier evangelische Sonntagsblätter und 19 Tageszeitungen.

Am 10. August 1948 beschließen die Ordinariate und Kommissariate, alles noch einmal in die Hände des Meißener Bischofs Dr. Heinrich Wienken zu legen. Am 4. November 1948 spricht dieser erneut bei den russischen Behörden vor und erfährt, dass der Antrag nicht an diese weitergeleitet worden war und nun weitere Unterlagen erforderlich seien. Im Januar 1949 sagt Josef Gülden zu, die Redaktion der Kirchenzeitung zu übernehmen, fordert aber, den Redaktionssitz nach Leipzig zu verlegen. Als möglichen Geschäftsführer schlägt er den Leipziger Druckereibesitzer Joseph Bohn vor. Am 21. Juni 1949 wird eine neue Gründungsversammlung nach Berlin einberufen. Man ändert die Satzung des St. Benno Verlags: Verlagssitz wird Leipzig und Joseph Bohn alleiniger Geschäftsführer.

Nach der Gründung der DDR übernimmt diese die Regierungsaufgaben und so kommt es erneut zu Verzögerungen. Im Dezember 1948 interveniert Kardinal Konrad Preysing beim stellvertretenden Ministerpräsidenten Otto Nuschke gegen die Kirchenpolitik und ging dabei auch auf das Verlagswesen ein. Als das keine Wirkung zeigt, wendet sich der Berliner Kardinal an den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl. Am 28. April 1950 gibt es in einem Gespräch mit Regierenden seitens Otto Nuschkes die Zusage, dass „ein katholische Kirchenblatt für die DDR kommen würde und kommen müsse“. Aber es kommt nicht. Stattdessen stellt man fest, dass nun das Amt für Information für die Vergabe von Lizenzen zuständig sei.

Im Oktober 1950 kann Dr. Johann Hölzl mitteilen, dass nun die Lizenzierung kurz bevorstehe. Allerdings wird vom Amt für Information mitgeteilt, dass die Lizenz nur direkt an eine physische Person erteilt würde. Nach der Erledigung noch „erforderlicher Formalitäten“ und einem beharrlichen Druck Bischof Wienkens, heißt es im Protokoll einer Sitzung des Sekretariats des Zentralkomitees der SED am 21. März 1951: „Die Lizenzierung eines kircheneigenen Verlages der Kirche in der DDR wird genehmigt. Gegen die Herausgabe eines Sonntagsblattes der katholischen Kirche in der DDR durch diesen Verlag bestehen keine Bedenken.“